//Vagabund-Style mit Seele
Von |2018-07-12T12:34:35+00:008. Juli 2018|, , , |

Vagabund-Style mit Seele

Sie sehen angebrannt, verschmutzt, benutzt und beschädigt aus. Das klassische, blanke Hutband wird bearbeitet, ersetzt oder mit weiteren Bändern, Tüchern oder Details geschmückt. Kontraste zwischen Hut und Dekor scheinen zufällig gewählt. Nein. Alles gewollt.

Aus Amerika schwappt der Vagabund-Style nach Europa. Der Hut bekommt einen neuen Look und ein neues Image verpasst.

In Amerika und Australien hat der Vagabund-Style voll eingeschlagen. Er zeichnet eine rockige Mischung aus Bohem-, Cowboy- und Nomade-inspirierten Elementen. Egal ob für Mann oder Frau – der Style rockt! Prominente Größen wie u. a. Pharrell, Sia, Bob Dylan, Jared Leto, Madonna oder Justin Bieber tragen ihn bereits auf dem Kopf und unterstreichen damit nicht nur ihre Individualität, sondern machen ganz deutlich auf sich aufmerksam.

Der Look fällt auf und trifft voll den Zeitgeist. Eklektische Optik, destroyed Elemente, starke Materialkombis und nicht zuletzt das ultra lässig abgerockte Flair gelten nicht nur als Must für urbane Mode, sondern nun auch für Hüte.

Interessant ist, dass diese Headwear vollkommen unabhängig von Saison, Alter und Geschlecht Begehrlichkeit weckt. Warum? Weil der Stil keinem kurzfristigen Modetrend unterliegt, sondern viel mehr die innere Einstellung oder Sehnsucht spiegelt. Wer ein bisschen Rock ’n‘ Roll im Blut hat, gerne mal rebelliert oder sich einfach als kreativer Freigeist sieht, wird den Look lieben, vielleicht ein Leben lang.

Vorbildcharakter

Der „Leitwolf“ hinter dem Style ist Nick Fouquet. Der 1982 geborene und nun in Los Angeles ansässige Hutmacher mit französischen Wurzeln lebt seinen Beruf als Berufung. Als Sohn eines männlichen Models übt Mode seit Kindesbeinen eine starke Anziehungskraft auf ihn aus. Sie wird zur Passion. Mit dem Hutmachen kommt er erst vor wenigen Jahren durch einen Zufall in Kontakt. Ein Cowboy läuft ihm über den Weg, der ihn mit einem besonderen maßgeschneiderten Hut inspiriert, erzählt Fouquet 2017 dem Forbes Magazin gegenüber.

Die Businessidee war geboren. Seitdem verbindet er im Hut seinen modisch eklektischen Stil mit traditioneller Western Handwerkskunst. Billy Gibbons von ZZ Top zählte zu den ersten prominenten Fans, dann Bob Dylan und Pharrell sorgte als Kunde endgültig für den Durchbruch. Natürlich haben die handgefertigten Hüte ihren Preis: 1100 bis 2000 Dollar muss ein Kunde durchschnittlich für einen Nick Fouquet hinlegen.

🌴 @mvb 🌗 #nickfouquet

A post shared by Nick Fouquet (@nickfouquet) on

Generation neuer Hutmacher

Hier in Europa ist es schwer, einem solch besonderen Hutstil ausfindig zu machen. Zu den wenigen Ausnahmen zählen die jungen Labels Nomade Moderne aus Österreich, JML Chapelier aus Frankreich sowie der in München ansässige Hutmacher Julien Sonny. Diese drei verkörpern die neue Generation der Hutmacher. Bei ihnen allen trifft traditionelle Handwerkskunst auf Moderne und Kreativität. Sie selbst sind jung, pflegen einen lässigen Modestil und präsentieren ihre Hüte eingebettet in den persönlichen Lifestyle. Eine modische Identifikation mit dem Stil ist schnell gefunden, weil die Hüte nicht aufgesetzt wirken, sondern authentisch. In Kombination mit Denim und coolem T-Shirt, Hemd oder Mantel kommen sie besonders gut zu Geltung.

Von der Stange gibt es den Vagabund-Style nicht. Alle genannten Hutmacher fertigen die Kreationen von Hand an. Die Preise dafür sind moderat und gerechtfertigt. Am Ende prägen individuelle Einflüsse jedes Modell und machen es zu einem Unikat, das fast schon beseelt wirkt.

Foto Credits Titelbild: Hintergrund: Pixabay; Hutbild: © Instagram, Nick Fouquet; Hut in Flammen: © Nomade Moderne Hats

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Mehr Infos Ok