//ReHats Berlin | Hauptsache Arbeitskleidung
Von |2019-02-19T14:10:51+00:0018. Februar 2019|, , , |

ReHats Berlin | Hauptsache Arbeitskleidung

Upcycling ist branchenübergreifend eines der visionärsten Themen, wenn es um künftigen Konsum geht. Massenware, Uniformität, Ausbeutung von Mensch und Natur, so auch Ressourcenknappheit stehen im Widerspruch zur Sicherung nachwachsender Generationen. Das junge Label ReHats Berlin hat sich der Wiederverwertung verschrieben. Neben Kaffeesäcken nutzen sie nun aussortierte Arbeitskleidung für frische und urbane Headwear.

Bürgermeister, Mrs. Cowboy, Inspector, Herr Sekretär, Genosse oder Kumpel – dies sind nicht nur Berufsbezeichnungen, sondern einige Namen, der insgesamt 14 modernen Gewerkschaftsmodelle. GEWERKSCHAFT ist nämlich die neue Upcycling Headwear-Kollektion der Berliner. Kreativ, charakteristisch, ja nicht von der Stange und mit einem urbanen „Teen Spirit“ wie ihn Nirvana einst nachhaltig prägte, versehen, erfindet das ReHats-Team Signifikantes für den Kopf. Seit 2015 ist das Label mit stylischen Hüten und Caps aus wiederverwerteten Stoffen wie Jute aus Kaffeesäcken auf dem Markt.

Mit der neuen Kollektion hat es sich der Wiederverwendung und Zweckentfremdung aussortierter Arbeitskleidung verpflichtet. Ob Maler, Mechaniker(in) oder Elektriker – überall wo Arbeitskleidung benötig, getragen und schließlich ausrangiert wird, sind die ReHats zur Stelle, um den entsorgten Resten ein neues Leben in Form von cooler Kopfbedeckung einzuhauchen. Da den robusten Materialien und Kleidungsstücken immer unterschiedliche Partien fürs Upcycling entnommen werden, entstehen so sehr individuelle Teile, die durch markante Nähte, destroyed Effekte, kleine Taschen und natürlich die Materialien selbst authentische Geschichten erzählen – Geschichten von der Wertschätzung des Alltags, der Menschen, des Handwerks. Geschichten, die Generationen und soziale Schichten verbinden.

„Wir lieben Nähte, Knöpfe und auch kleine Imperfektionen“

HWnow hat beim ReHats Co-Founder, Stefan Korn, genauer nach der DNA der GEWERKSCHFT gefragt:

Wie kommen Sie an die Restbestände ran?

Bei der Ausstattung mit Arbeitskleidung wird viel mit Leasingmodellen gearbeitet. Das heißt eine Firma, z. B. ein Autohersteller mietet die Arbeitskleidung von einem Dienstleister. Dieser stellt bzw. lässt neue herstellen, wäscht diese dann regelmäßig und ersetzt sie, wenn ein Mitarbeiter z. B. ausscheidet, ein Wechsel bei den Firmenfarben ansteht oder sie an irgendeiner Stelle einen Defekt aufweist. An diesem Punkt steigen wir ein und nehmen die aussortierte, gereinigte Kleidung ab. Und die ist meist noch sehr gut in Schuss.

Wie werden die Restbestände gereinigt, bevor sie verarbeitet werden?

Die Arbeitskleidung wird industriell gewaschen bei mikrobakteriell aktiven 70 Grad. Erst danach wird aussortiert.

Wie ist die Idee entstanden, gerade Arbeitskleidung zu recyceln?

Wir arbeiten ja schon seit mehreren Jahren mit Kaffeesäcken als Ausgangsmaterial. Kaffeesäcke erzählen eine tolle Geschichte, sind super robust und sehen – last but not least – gut aus. Wie eben auch Arbeitskleidung. Das ist richtig gut verarbeitetes, hochwertiges Material. Bei unserer Suche nach Stoffen, die irgendwie aus dem Kreislauf herausfallen, interessant sind und sich zu gutaussehender, nachhaltiger Headwear verarbeiten lassen, hat sich das also perfekt angeboten! Wir lieben Nähte, Knöpfe und auch kleine Imperfektionen, die dem Endprodukt einen eigenen Charakter verleihen.

Wieso nutzen Sie Crowdfunding? Ist das eine gute Möglichkeit eine Kollektion zu realisieren?

Der Aufwand eine Kollektion aus Upcycling-Materialien vorzubereiten ist ungleich höher als bei „Standardmaterialien“ von der Rolle. Alle Abläufe einer Produktion müssen neu gedacht und auf die Besonderheiten des jeweiligen Materials abgestimmt werden.

Wir haben jetzt fast zwei Jahre immer wieder an der neuen Kollektion gearbeitet und das Crowdfunding ist eine tolle Möglichkeit zur Vorfinanzierung der Produktion. Durch die Crowdfundingkampagne können wir den Leuten gleichzeitig einen tieferen Einblick geben, was denn hinter ReHats steckt und was das Besondere an upgecycelter, nachhaltiger Headwear ist.

Wird es in Zukunft Headwear aus anderen Bekleidungsbeständen geben? Schwebt Ihnen da schon was vor?

Ganz bestimmt wird es noch weitere Kollektionen geben – da draußen gibt es noch viele interessante Materialien zu entdecken und weiterzuverwerten. Jetzt brauchen wir aber erst einmal Unterstützung, um die GEWERKSCHAFT zu realisieren.

Vielen Dank, Herr Korn.

Das nachhaltige Konzept des modischen Upcyclings hat Vorbildcharakter. Wer solch eine Kopfbedeckung haben will, der hat ab dem 5. März die Möglichkeit, die Headwear-Styles übers Crowdfunding zu erwerben. Ab dem späten Frühling sind sie schließlich im Einzelhandel zu finden.

Mehr Infos unter: www.re-hats.com

Alle Bilder: ReHats Berlin; Fotograf: Sebastiano Pavia

Um unsere Webseite für Sie optimal zu gestalten und fortlaufend verbessern zu können, verwenden wir Cookies. Durch die weitere Nutzung der Webseite stimmen Sie der Verwendung von Cookies zu. Weitere Informationen zu Cookies erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung. Mehr Infos Ok